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10
März
Hirtenwort zur Fastenzeit 2026 von Bischof Dr. Bertram Meier
Woran erkennt man uns Christen?
Di.
10.03.26
-
04.04.26
22:00
„Wir heißen Kinder Gottes und sind es. Darum beten wir voll
Vertrauen: Vater unser im Himmel…“ So wird in unseren Gottesdiensten
oft das gemeinsame Sprechen des Gebetes eingeleitet, das
Jesus seine Jünger gelehrt hat. Vor Gott stehen wir alle als seine
Geschöpfe, Schwestern und Brüder mit gleichem Ursprung und
gleicher Würde. So ist das Vater Unser nicht so sehr als Gebet eines
einzelnen Menschen konzipiert, sondern es verbindet uns untereinander,
indem wir uns als Menschen in der Nachfolge Jesu an den
himmlischen Vater wenden.
Daran erkennt man uns als Christinnen und Christen: Wir machen
uns die Worte des Gottessohnes zu eigen und treten in die Spuren
Jesu. Vestigia Christi sequi (den Spuren Christi folgen) – dies
benennt der heilige Franz von Assisi als Lebensaufgabe für sich und
alle, die seine Spiritualität beherzigen. Daher wurde er, dessen Tod
(4. Oktober 1226) sich dieses Jahr zum 800. Mal jährt, auch von
seinen Zeitgenossen als alter Christus – zweiter Christus wahrgenommen.
Bis heute fasziniert der Poverello Millionen von Menschen,
auch solche, die gar nicht der katholischen Kirche angehören.
Nehmen wir ihn als Impuls für die Frage: Was sind Erkennungszeichen
der Menschen, die sich Jesus von Nazareth angeschlossen
haben?
1. Orientierung am Vorbild Jesu
Jedes Jahr zu Beginn der Fastenzeit hören wir die Geschichte von der
Versuchung Jesu, heuer in der Fassung des Evangelisten Matthäus
(Mt 4,1-11).1 Jesus hatte sich am Anfang seines öffentlichen Auftretens
in eine Reihe mit vielen gläubigen Juden gestellt und die
Bußtaufe des Johannes empfangen. Von Anfang an wollte er, der
ohne Sünde war, sein wie wir.
Auch die 40 Tage des Rückzugs in die Wüste zu Fasten und Gebet
sind nicht als exklusive Übung zu verstehen, sondern waren
bewährte Praxis, wenn sich ein Mensch klar darüber werden wollte,
wie er sein Leben mit Gott verbinden kann. In vielen Kulturen war
1 Diesem Thema habe ich mein Hirtenwort zum Advent 2021 gewidmet.
2
und ist es üblich, sich auf Zeit einer physischen und psychischen
Belastungsprobe zu unterziehen, um zu erkennen, wozu gerade ich
auf der Welt bin. Es geht dabei um die ganz persönliche Beziehung
zu meinem Schöpfer und zu allem, was mit mir auf dieser Erde lebt.
Das ist nicht nur etwas für „Profis“. Es gilt, dem Plan Gottes auf die
Spur zu kommen.2
Heute noch ist es gute Gewohnheit für Ordensleute und solche, die
die Kostbarkeit von z. B. ignatianischen Exerzitien entdeckt haben,
einmal im Jahr in die Stille zu gehen, um ihr Leben zu überprüfen
und den Kompass ihres Herzens neu am Evangelium auszurichten.
Sie erfahren ganz konkret die Wahrheit des Schriftwortes, das Jesus
seinem Hungergefühl und der Versuchung, das Fasten zu unterbrechen,
entgegensetzte: „Der Mensch lebt nicht vom Brot allein,
sondern von jedem Wort, das aus Gottes Mund kommt“ (Mt 4,4).
Wie steht es um meine Beschäftigung mit dem Wort Gottes? Lebe ich
im Alltag unter und mit dem „Wort des lebendigen Gottes“, wie es
die Lektorin/der Lektor nach der Lesung im Gottesdienst ausdrücklich
nennt? Was hindert mich heute, am Anfang der österlichen
Bußzeit 2026, damit zu beginnen, einmal am Tag die Bibel zur Hand
zu nehmen und mich ansprechen zu lassen von „Gottes Wort im
Menschenwort“, wie es die Konzilskonstitution Dei Verbum (DV 11)
auf den Punkt gebracht hat?
Vor bald 300 Jahren begann in der protestantischen Herrnhuter
Brüdergemeine die Geschichte der sog. „Losungen“. Längst lassen
sich nicht nur evangelische Christen von der Tageslosung inspirieren,
sondern Christinnen und Christen vieler Konfessionen in
rund 60 Sprachen. Seit Jahren übe auch ich diese Praxis und erfahre
täglich, wie sehr sie den Alltag prägt und die Beziehung zu Gott
vertiefen hilft.
2. „Gebt Gott, was Gott gehört!“ (Mt 22,21)
Wir leben in einer Zeit, in der gläubige Menschen sich zunehmend
isoliert fühlen, in der Schule und am Arbeitsplatz in den Verteidigungsmodus
schalten, wenn in Auseinandersetzungen die Existenz
Gottes oder die Daseinsberechtigung der Kirche in Frage gestellt
wird. Viele wählen den Weg des geringsten Widerstandes und vermeiden
Gespräche über den Sinn des Lebens bzw. ihre persönliche
2 Vgl. Papst Franziskus, Evangelii gaudium, Nr. 273: „Jeder und jede ist Mission. Sie ist nicht ein
Teil meines Lebens oder ein Schmuck, den ich auch wegnehmen kann. Sie ist etwas, das ich
nicht aus meinem Sein ausreißen kann. Eine Mission zu sein bedeutet, Licht zu bringen, zu
segnen, zu beleben, aufzurichten, zu heilen, zu befreien.“
3
Ausrichtung an der Botschaft Jesu und der Lehre der Kirche. Die
„Gretchenfrage“ nach der Religion wird ausgeblendet.
Andere wiederum tragen ihren Glauben offensiv zur Schau und
treten kämpferisch-selbstbewusst auf. Nicht selten kompromisslos,
solidarisieren sie sich mit Menschen, die öffentlich eine Rückkehr
zur scheinbar „guten alten Zeit“ fordern, in der die Vielfalt von
Konfessionen, Religionen und Kulturen hierzulande nicht so groß
war wie heute. Dabei geraten sie schnell in Gefahr, nur in Schwarz-
Weiß-Kategorien zu denken. Sie sehen nicht mehr das einzelne
Schicksal, sondern klassifizieren ganze Gruppen ab. Die Konsequenzen
kennen wir: Polarisierung und Ausgrenzung.
Als Menschen in der Nachfolge Jesu sind wir aufgefordert, „nüchtern
und wachsam“ (1 Petr 5,8) zu sein. Pauschalaussagen und Vorurteile
oder gar gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit stehen im krassen
Gegensatz zum Evangelium. „Den Herrn, deinen Gott, sollst du
anbeten und ihm allein dienen“ (Mt 4,10b). So antwortet Jesus dem
Versucher, als er ihn mit Macht und Reichtum ködern will. Täuschen
wir uns nicht: Der Gottesdienst geht nicht zusammen mit Menschenhass,
Neid, Karrieresucht und Machtgier! Wer wahrhaft in der
Nachfolge Jesu steht, orientiert sich an den zehn Geboten und weiß
um das Doppelgebot der Gottes- und Nächstenliebe. Denn „an
diesen beiden Geboten hängt das ganze Gesetz und die Propheten“
(Mt 22,40).
Nutzen wir die bevorstehende Fastenzeit aber auch dazu, die Kultur
des Sonntags zu pflegen. Die frühen Christen nahmen Entbehrungen
und gesellschaftliche Ächtung auf sich, weil sie den „Tag des Herrn“
in Erinnerung an die Auferstehung Jesu heilig hielten und damit in
ihrer nichtchristlichen Umgebung auf Unverständnis stießen. Mit
Sanktionen, ja sogar mit der Androhung der Todesstrafe gingen die
römischen Behörden über Generationen hinweg gegen die Beharrlichkeit
der Jesusanhänger vor, den Sonntag von allem freizuhalten,
was der Bedeutung dieses Tages widersprach. Meine Bitte lautet:
Entdecken wir den Sonntag als Geschenk neu! Heiligen wir den
Sonntag, indem wir Gott die Ehre geben und uns den Menschen
widmen, die uns anvertraut sind. Die Feier der Eucharistie soll uns
dabei Quelle und Höhepunkt sein.
4
3. Gelebter Glaube hat den Mitmenschen im Blick
„Wer glaubt, ist nie allein“, so lautet ein bekanntes Wort von Papst
Benedikt XVI.3 Es gilt allerdings auch umgekehrt: Ich kann nicht
allein glauben. Und Glaube sucht nach Ausdruck. Jesus erklärt
diesen Zusammenhang seinen Jüngern ganz anschaulich: „Der gute
Mensch bringt aus dem guten Schatz seines Herzens das Gute
hervor und der böse Mensch bringt aus dem bösen das Böse hervor.
Denn wovon das Herz überfließt, davon spricht sein Mund. Was sagt
ihr zu mir: Herr! Herr! und tut nicht, was ich sage?“ (Lk 6,45).
Anbetung, Lobpreis, ja selbstauferlegte Opfer und Verzicht werden
erst dann fruchtbar, wenn ich mich von der Not und Bedürftigkeit
meines Mitmenschen betreffen lasse. Dabei ist es zweitrangig,
welches Geschlecht, welche Hautfarbe, welche Religion, welchen
Bildungsstand oder gesellschaftlichen Status er hat. Er ist ein Mitgeschöpf
und vor Gott mir gleichgestellt. Christinnen und Christen
erkennt man daran, dass sie keinen Unterschied machen zwischen
Hohen und Niedrigen, Armen und Reichen, Gesunden und Kranken,
Freunden und Feinden. Sie wissen sich von der Botschaft Jesu
aufgefordert, allen Respekt zu erweisen, weil sie alle als Kinder des
gleichen Vaters sehen.
Dietrich Bonhoeffer bringt es treffend auf den Punkt: „Wenn man
völlig darauf verzichtet hat, aus sich selbst etwas zu machen (…),
dann wirft man sich Gott ganz in die Arme, dann nimmt man nicht
mehr die eigenen Leiden, sondern das Leiden Gottes in der Welt
ernst, dann wacht man mit Christus in Gethsemane, und ich denke,
das ist Umkehr und so wird man ein Mensch, ein Christ.“4
In diesem Sinn wünsche ich Ihnen eine gesegnete österliche Bußzeit,
in der Sie die Nähe Gottes spüren dürfen im Namen + des Vaters
und + des Sohnes und + des Heiligen Geistes. Amen.
Augsburg, am Aschermittwoch 2026
Ihr
+ Bertram
Dr. Bertram Meier, Bischof von Augsburg
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3 Es war das Motto seines Pastoralbesuches in seiner bayerischen Heimat im September 2006.
4 Widerstand und Ergebung, DBW, Bd. 8, 542f.
19
März
Do.
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14:00
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Fr.
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Fr.
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18:30
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28
März
Kirchenkonzert
die Musikkapelle Gerlenhofen lädt herzlich ein
Sa.
28.03.26
19:30
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21:00
29
März
GLORIA WORSHIP
vom Tod zum Leben
So.
29.03.26
18:30
-
19:30
30
März
Früh- und Abendgebete
in der Karwoche
Mo.
30.03.26
06:00
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01.04.26
19:30
03
Apr
Kinderkreuzweg
in Aufheim
Fr.
03.04.26
11:00
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12:00